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19.12.2016

Weinzierl, Liebers, Vartmann/Blommaert, Lorenz/Polizoakis und Team Berlin 1 siegen bei Deutschen Meisterschaften

Bei den Deutschen Meisterschaften im Eiskunstlaufen haben sich am Wochenende in Berlin mit Nathalie Weinzierl, Peter Liebers, Mari Vartmann/Ruben Blommaert und Kavita Lorenz/Joti Polizoakis sowie Team Berlin 1 die Favoriten durchgesetzt.

Nathalie Weinzierl hatte keine große Mühe, den Damenwettbewerb zu gewinnen, obwohl sie sich gesundheitlich angeschlagen ein paar Sprungfehler ihrer Kür zu „Les Miserables“ erlaubte. Die Mannheimerin erlief 168,26 Punkte und gewann ihren zweiten nationalen Titel nach 2014. „Dafür, dass ich nicht ganz so fit war, bin ich ganz zufrieden. Ich wollte meine Leistung bringen und gewinnen“, kommentierte die 22 Jahre alte Studentin. Lea Johanna Dastich aus Dresden gewann mit Silber ihre erste Medaille in der Meisterklasse und hatte sprungtechnisch den höchsten Schwierigkeitsgrad, wenn es auch ein paar Wackler gab (139,87 Punkte). „Ich wollte einfach zwei gute Programme laufen und habe gar nicht daran gedacht, dass ich aufs Podium kommen könnte. Die Programme hätten noch besser sein können, aber ich bin jetzt einfach nur glücklich“, sagte die Sächsin. Meisterklassenneuling Annika Hocke freute sich über Bronze (135,44 Punkte). „Es war etwas ganz Besonderes, das erste Mal bei den Großen mitzulaufen und dann hier zu Hause in Berlin“, sagte die 16-Jährige.

Peters Liebers feierte seinen sechsten Meistertitel, doch die EM-Qualifikation entschied der alte und neue Vizemeister Paul Fentz mit knappstem Vorsprung für sich. Liebers, der nach 14 Monaten Verletzungspause erst seinen zweiten kompletten Wettkampf bestritt, stürzte beim vierfachen Toeloop, konnte dann aber einen guten dreifachen Axel mit Doppeltoeloop sowie vier weitere gute Dreifachsprünge in seiner Kür zu „Schindlers Liste“ zeigen. Der Berliner erzielte 222,83 Punkte. „Das war für mich der emotionalste und der schwierigste Titel von den sechs. Ich bin umso glücklicher, dass ich zumindest auf einem guten Niveau hier wieder dabei sein kann. Es spornt mich an, dass ich wieder zur Stärke von Sotchi zurückfinden kann“, sagte Liebers. Fentz punktete zu Beginn seiner Kür zu „Pink Floyd“ mit einem dreifachen Axel und vierfachen Toeloop, später aber riss er einen Axel auf und stürzte beim Versuch, ihn dreifach zu wiederholen (218,63 Punkte). „Meine Leistung insgesamt schätze ich gut ein, ich konnte die Elemente zeigen, die ich auch im Training kann. Die Kür war ein wenig eine Achterbahnfahrt. Ich werde bei meiner dritten EM starten und schön, dass sich die letzten vier Monate ausgezahlt haben“, meinte der 24-Jährige.
Vorjahresmeister Franz Streubel gewann nach einem verletzungsbedingt schwierigen Saisonauftakt diesmal Bronze. Auch er konnte einen vierfachen Toeloop und dreifachen Axel sauber stehen (210,26 Punkte). „Ich habe mit Herrn Lohse ein Konditionsprogramm aufgebaut, vier Programme am Tag und das seit zwei Wochen durchgezogen, deswegen ging es mir heute besser in der Kür“, sagte Streubel.

Kavita Lorenz/Joti Polizoakis (Oberstdorf) konnten ihren Titel am Ende deutlich vor Katharina Müller/Tim Dieck (Dortmund) verteidigen. Lorenz/Polizoakis tanzten eine fehlerfreie Flamenco-Kür und erhielten den höchsten Schwierigkeitsgrad für ihre Hebungen, Twizzles und die Pirouette. Insgesamt ertanzte das in den USA trainierende Duo 172,20 Punkte. „Wir haben versucht, ruhig an die Sache heranzugehen. Wir hatten ein gutes Training und wir hatten uns gut gefühlt. Technisch haben wir uns hier in dieser Woche verbessert, wir wissen jetzt, wir können diese hohen Levels bekommen“, meinte Lorenz. Die zweifachen Deutschen Meister werden bei der EM in Ostrava (Tschechien) starten und wollen so nah wie möglich an die Top 10 herankommen.
Müller/Dieck starteten gut in ihre Folklore-Kür mit den Twizzles, doch dann stürzte sie aus der Kombinationshebung. Das kostete viele Punkte, so dass die Dortmunder keine Chance mehr auf den Sieg hatten, obwohl sie keine weiteren Fehler machten (146,88 Punkte). „Vielleicht sind wir zu sehr auf Angriff gelaufen und vielleicht wollten zu viel. Aber eine extra Nervosität war nicht im Spiel, weil wir nichts zu verlieren hatten“, kommentierte Dieck.
Shari Koch/Christian Nüchtern (Berlin/Siegen) holten Bronze mit 143,94 Punkten vor Jennifer Urban/Benjamin Steffan (Oberstdorf/Chemnitz), die auf 142,15 Zähler kamen. „Wir hatten uns diese Platzierung erhofft“, sagte Koch. Müller/Dieck, Koch/Nüchtern und Urban/Steffan werden Deutschland bei der Winteruniversiade in Almaty (Kasachstan) vertreten.

Mari Vartmann/Ruben Blommaert gewannen ihren ersten gemeinsamen Deutschen Meistertitel im Alleingang. Die Wahl-Oberstdorfer überzeugten in ihrer Kür zu Liedern der Gruppe Muse mit einer Sprungfolge aus zwei dreifachen Toeloops, einem dreifachem Twist und einem dreifachen Wurfsalchow sowie guten Hebungen und erzielten 180,90 Punkte. „Es war jetzt im Endeffekt die beste Kür der Saison bisher und wir können damit zufrieden sein“, sagte Vartmann. „Es war schön zu laufen hier in Berlin, aber ich fand es ein wenig schade, dass wir alleine an den Start gehen mussten“, ergänzte Blommaert.
Minverva-Fabienne Hase/Nolan Seegert (Berlin) mussten nach dem Morgentraining aufgeben, weil sie sich im Kurzprogramm am Freitag einen Bluterguss oberhalb des rechten Knies zugezogen hatte.
Aljona Savchenko/Bruno Massot (Oberstdorf) starteten außer Konkurrenz und konnten Hebungen, Pirouetten, Schritte und die Todesspirale sowie Doppelsprünge, aber noch keine Würfe zeigen. „Es war auf jeden Fall für uns wichtig, hier zu laufen, denn es ist wie ein Wettkampfgefühl. Es ist natürlich schade, dass wir das Programm nicht voll angehen konnten. Es dauert ziemlich lange und ich frage mich schon selbst jeden Tag, wann geht es weg“, sagte Savchenko, die sich vor fünf Wochen beim Grand Prix in Paris das Innenband im Knöchel angerissen hatte. Seit zwei Tagen trainiert sie wieder Sprünge, aber noch keine Würfe. Die WM-Dritten hoffen, bei der EM in Ostrava wieder einsatzbereit zu sein. 

Team Berlin 1 verlängerte sein Abonnement auf den Deutschen Meistertitel und gewann mit 165,97 Punkten vor den Skating Graces aus Chemnitz (123,24 Punkte). Team Berlin Juniors holte den Titel im Alleingang mit 114,72 Punkten.
 



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